DG PARO Jahrestagung
Stuttgart 17. - 19. September 2020

Regelmäßig mähen oder weniger düngen?

Etablierte und innovative Therapieoptionen zur Kontrolle parodontaler Erkrankungen im Fokus.

Neuere Forschungsergebnisse zeigten auf, dass nicht das Aufwachsen einer kritischen bakteriellen Plaquemasse am Zahn, sondern ein durch die systemisch wirksame Entzündungslast begünstigtes Überwachsen spezifischer, proinflammatorisch wirksamer Bakterien innerhalb der bakteriellen Zahnbeläge den eigentlichen Auslöser für die Entstehung chronisch-destruktiver Entzündungen im Zahnhalteapparat darstellt. Die in der Praxis sehr erfolgreichen Therapie- und Präventionsmaßnahmen wie intensive häusliche Zahnpflege und regelmäßig wiederholte professionelle Zahnreinigungen sind daher im eigentlichen Sinne nicht ursachengerichtet. Sie entsprechen vielmehr dem Versuch, dem Überwachsen von Löwenzahn und Brennnessel in einem überdüngten Garten durch häufiges Mähen zu begegnen, anstatt die Überdüngung zu reduzieren. In den letzten Jahren wurden daher eine ganze Reihe innovativer Strategien zur Therapie parodontaler Erkrankungen entwickelt, die komplementär zur nur kurzfristig wirksamen mechanischen Plaquekontrolle  gezielt auf eine Auflösung entzündungsförderlicher bakterieller Dysbiosen durch eine Reduktion der systemisch wirksamen Entzündungslast abzielen. Hierzu zählen unter anderem der  Einsatz entzündungsauflösender Lipidmediatoren, die Reduktion des oxidativen Stresses sowie der gezielte Konsum von Prä- und Probiotika.  

Ziel der Jahrestagung 2020 der DG PARO ist es daher international renommierten Experten die Gelegenheit zu geben, die aktuelle Wertigkeit etablierter, auf Plaquekontrolle basierender Therapieverfahren  sowie die mögliche Praxisreife alternativer, auf Entzündungshemmung ausgerichteter Therapieoptionen im Detail darzustellen und zu diskutieren.